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DeFormation bedeutet Veränderung – Veränderung von Form, Material und Kontext, Umformatierung von Vorhandenem, Existentem
oder speziell zu diesem Zwecke Angefertigtem.
DeFormationen sind Objekte, deren Dreidimensionalität durch die komplex strukturierte Komposition einzelner Elemente, bestehend aus Materialverformungen, konstruiert
wird. Die malerische oder graphische Texturierung der ursprünglich und letztlich zweidimensionalen Oberflächen dieser Elemente bewirkt eine Oszillation zwischen Zwei- und Dreidimensionalität im Gesamtkontext des
Objekts.
Der Begriff der Deformation bedeutet im allgemeinen Sprachgebrauch sowohl Missbildung als auch Verformung, dieses Prinzip der Uneindeutigkeit scheint dem Wesen dieser Arbeiten zu entsprechen. So
werden die jeweiligen Materialien, wie auch die bisweilen verarbeiteten grafischen und fotografischen Sujets, durch den Prozess der DeFormation ihrer ursprünglichen Eindeutigkeit beraubt. Die Objekte selbst beziehen,
trotz ihrer eindeutigen Intensität, keine eindeutigen Positionen, sie changieren zwischen Zwei- und Dreidimensionalität und scheinen bisweilen aus den ihnen vorgegebenen Formaten ausbrechen zu wollen indem ihre Konturen
keine gradlinigen Abgrenzungen zu dem sie umgebenden Raum zeichnen, sondern eher ein In-Ihn-Hineinwachsen-Wollen begrenzen. Diese Objekte entwickeln sich aus dem homogenisierenden Verschmelzungsprozess von impulsiven
Ideen mit konkreter Konzeption, spontaner Intuition, künstlerisch konsequenter Kontinuität und ästhetischem Anspruch zu einer diffusen Imagination. Diese sichtbar zu machen, durch eine Art Konkretisierung, die nicht auf
das Konkrete aus ist, sondern auf das Diffuse, ist letztlich die Intention dieser Arbeiten.
Das zentrale gestalterische Grundelement meiner Arbeit ist die Struktur. Deren allgemeine Besonderheit scheint mir in
ihrer Funktion als modulares Basis-System des Existierenden zu liegen. Allem, was in irgendeiner Form existiert, sei es fiktiv, imaginär oder real, liegt eine wie auch immer geartete formale, theoretische oder abstrakte
Struktur zu Grunde. Alles wird mit Hilfe von Strukturen geformt, gebildet, konstruiert, durch sie gegliedert, geordnet, geprägt, charakterisiert, kontextuiert. Mein spezifisches Interesse gilt den
vielschichtigen konstruktiven Möglichkeiten und den daraus resultierenden visuellen Wirkungsweisen von Strukturen in komplexen Zusammenhängen. Die Auseinandersetzung mit dieser Thematik bildet seit 1981 die formale
Basis meiner künstlerischen Arbeit; ursprünglich auf zweidimensionaler Ebene, entstanden Arbeiten, meist auf Papier, die anfangs auf graphische, im Laufe der weiteren Entwicklung zunehmend auf malerische Weise
Strukturen, mit einer meist kräftigen, kontrastreich bunt-lauten Farbgebung, konstruierten, zerlegten, kombinierten und variierten. Als logisch konsequente Weiterentwicklung resultierte 1992 daraus die Ausweitung dieser
Arbeitweise in den dreidimensionalen Bereich. Nachdem in den ersten Jahren ein Material-Mix aus Blechdosen, Textilien, Kunststoffverpackungen, Kartonagen, Fundstücken, etc. als Basis meiner dreidimensionalen Arbeiten
diente, verwende ich seit 1999 hauptsächlich Papier. Ein Schwerpunkt dieser Papierarbeiten bilden abstrakt formale Strukturobjekte, die im Wesentlichen aus farblich bearbeiteten Papierverformungen bestehen. Ein weiteres
Interesse gilt der Verarbeitung von grafischen, fotografischen und typografischen Strukturen und Sujets. Hierbei wird das jeweilige Sujet im Vorfeld konzipiert und kreiert, durch grafische Techniken bearbeitet und
textuiert, zerlegt, vervielfältigt auf Papier gebracht, das verformt als Fragment zur Konstruktion der dreidimensionalen Strukturobjekte dient und das ursprüngliche Sujet neu zusammensetzt und neu interpretiert. Ein
spezieller Lack kontrastiert die gerne schwarz-weiß gehaltenen Oberflächen zusätzlich und modifiziert die optische Haptik des Papiers zu einem kunststoff-anmutenden Material.
Prinzipiell
bedeutet künstlerische Arbeit für mich die Freiheit, unabhängig von vordergründigen Nutzen, vermeintlichen Notwendigkeiten, fremden Interessen, konzeptionellen Zwängen und verpflichtenden Regeln, fernab von Pflicht und
Welt meine persönlichen Ideen verwirklichen zu können. Meine Objekte und Bilder verstehen sich auch als Resultate dieser Freiheit, und nehmen für sich die Freiheit in Anspruch, keinen vordergründigen Hintersinn,
keine konkrete Botschaft, keine eindeutige Position beziehen bzw. haben zu müssen; wohlgemerkt – zu müssen – sie können, wenn sie wollen, was bisweilen vorkommt. |